«Der Dandie Dinmont Terrier - back to the roots!


Ja, in der Tat: Zurück zu den Wurzeln!

Über 50 Dandies und ihre Besitzer aus acht Ländern der Welt trafen sich im schottisch-englischen Grenzgebiet, dem wunderschönen Border-Country, um am 24. Februar 2015 das 200-jährige Jubiläum des Erscheinens der Novelle "Guy Mannering", geschrieben von dem schottischen Nationaldichter Sir Walter Scott, zu feiern.  In dieser Novelle erhielten die bis dahin "Mustard + Pepper" genannten Terrier die Bezeichnung Dandie Dinmont Terrier. Der Dandie ist somit der einzige Hund, dessen Name der Literatur entstammt. Es brachte ihm viel Popularität ein, ja, er wurde für einige Zeit sogar zum Modehund des Adels, der Künstler und Schriftsteller, aber leider währte dies nur eine kurze Zeit.
Dieses Jubiläum wollten also viele Dandiefreunde feiern und zum Anlass nehmen, die Rasse wieder mehr in den Blickpunkt zu rücken, denn mittlerweile hat der englische Kennelklub den Dandie auf die Liste der gefährdeten Rassen gesetzt, da jährlich weltweit weniger als 300 Welpen geboren werden.

Glänzend vorbereitet und organisiert wurde das Treffen von zwei Enthusiasten, die ihr Leben der Rasse der Dandie Dinmont Terrier verschrieben haben: Mike Macbeth aus Kanada und Paul Keevil aus England, beides Züchter, die in monatelanger Vorbereitung dieses Ereignis möglich gemacht haben.

Es waren zwei erlebnisreiche Tage, die am 23. Februar mit dem Besuch auf Schloss Bowhill begannen. Fünfzig Dandies und ihre Besitzer, voran ein Dudelsackpfeifer, bildeten Spalier und bei typisch schottischem stürmisch-kaltem Wetter empfing uns der Herzog von Buccleuch auf das freundlichste, begeistert von dem Bild, das sich ihm bot.

Mit einem Dandie auf dem Arm wurde er von Presse und Fernsehen inmitten unserer Fangemeinde gefeiert. Spontan widmete er den privaten schwarzweissen Tartan von Sir Walter Scott, dessen Clanchef er als entfernter Verwandter ist, dem Dandie Dinmont Terrier. Ein Novum, dass ein Hund einen eigenen Tartan besitzt.

Es folgte seine Führung durch das Schloss, das teilweise von den Besitzern noch privat bewohnt wird. Unsere besondere Aufmerksamkeit fand das Gemälde eines Vorfahren, des 3. Duke of Buccleuch, mit einem Dandie auf dem Arm, gemalt 1770 von dem bekannten Künstler Gainsborough. Für uns war aber die Tatsache das Wichtigste, dass hier der erste Dandie Dinmont Terrier gelebt hatte, genannt "Old Pepper", gefunden in der Falle eines Wildhüters.

Aber schon stand das nächste große Ereignis bevor: Durch die wunderschöne typische Hügellandschaft des Grenzlands zwischen Südschottland und Nordengland fuhren wir zu dem ehemaligen Herrensitz "The Haining". Hier konnten wir die gut erhaltene Zwingeranlage besichtigen, in der am 4. Juni 1842 "Old Ginger", der Stammvater unserer Dandies geboren wurde, was aus alten Ahnentafeln zu belegen ist. Der Kunsthändler Paul Keevil war durch Zufall darauf aufmerksam geworden, als er ein Dandie-Gemälde ersteigerte, das aus diesem Hause stammte.
Zum ersten Mal nach 170 Jahren besuchten Dandies die Stätte ihrer Herkunft. Beeindruckt folgten wir der Zeremonie, als Paul eine Tafel mit dem Datum unseres Besuches an der ehemaligen Zwingertür anbrachte.


Gute Wünsche begleiteten diese kleine Feierstunde in der Hoffnung, dass wieder mehr Dandies ihren Weg in die Welt finden werden. Der Tag endete dort mit einem Haggis-Dinner, einer schottischen Spezialität, wunderschön umrahmt von Sentenzen aus der Novelle Guy Mannering, interpretiert von Schauspielern, die diese Zeit hervorragend veranschaulichten. Es war ein Abend, der noch einmal mehr zum Ausdruck brachte, welchen Stellenwert dieser kleine Terrier doch hatte.

Der zweite Tag gehörte ganz der Erinnerung an Sir Walter Scott. Er begann mit einem Besuch der Dryburgh Abbey, wo Scott seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Es war ein beeindruckendes Bild, als bei strahlender Sonne die Besitzer mit ihren Dandies den Worten einer Pastorin lauschten, die dann alle Dandies mit dem Wasser des Flusses Tweed segnete.

Und weiter ging es nach Abbotsford House, in welchem Scott einen wichtigen Teil seines Lebens verbrachte. Wiederum führte ein Dudelsackpfeifer die Dandiegemeinde an, die trotz Wind und Regen in langen Reihen vor dem Schloss aufmaschierte, um von Fernsehteams und Berichterstattern großer Zeitungen gefilmt und fotografiert zu  zu werden.

Wenn man die große Beachtung der Rasse in diesen Tagen betrachtet, dann müsste eine Wiederbelebung möglich sein. In Großbritannien scheint diese Veranstaltung bereits Früchte zu tragen.
In Abbotsford House durften wir das Studierzimmer Scotts besuchen, in welchem der Sekretär steht, an dem Guy Mannering geschrieben wurde.

Ein Vortrag, gehalten von dem Sekretär des Sir Walter Scott -Clubs, rundete die interessanten Eindrücke ab, die wir durch unsere Dandies auch von den so liebenswerten Menschen und der Kultur des Landes gewinnen konnten.

Erfüllt und dankbar traten wir die Heimreise an mit der großen Hoffnung, dass der Dandie auch in Zukunft seinen Platz in der Hundewelt behalten wird.

Bericht und Bilder: Irmgard Rieck, Mitglied der OG-Münster von 1910
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